Um 6.13 Uhr standen wir auf, frühstückten, packten alles zusammen und brachen dann unseren Rekord: um 7.30 Uhr fuhren wir los.Wir wählten heute unsere Regenausstattung, weil es ein paar Schauer geben sollte. Ich persönlich mag es nicht im Regen zu fahren, genauer gesagt: Ich hasse es, besonders, wenn es kalter Regen ist. Also fing ich an zu singen: „Sonne, liebe Sonne, komm schein auf uns herab…“.
Oli fuhr heute heute ein wenig früher los als Jorrin und ich. Er entscheid für eine Hauptverkehrsader, wir hingegen nahmen die Abkürzung durch die Berge entlang am Fluss Ae und durch den Wald. Als wir so durch die friedliche Landschaft radelten, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: der Toilettenschlüssel!! Ich hatte Dugal, dem Platzwart aus Lochmaben, versprochen ihm den Toilettenschlüssel zurückzugeben bevor wir losfahren. Ich habe es vergessen… Er war immer noch in meiner Tasche. Ich hielt sofort an, um ihn anzurufen. Ich dachte zumindest, ich würde ihn anrufen. Ich habe irgendeinen Typen morgens um kurz vor 8 Uhr aufgeweckt und ihm erzählt, dass ich seinen Toilettenschlüssel noch hätte und ihm denselbigen sobald wie möglich per Post zusenden würde. Er hatte überhaupt keine Ahnung wovon ich da redete. Nachdem ich ihm die Sache wieder und wieder erklärt hatte, teilte er mir endlich mit, dass ich mich wohl verwählt haben muss… Ich entschuldigte mich, rief dann wirklich bei Dugal an und versprach ihm, den Schlüssel direkt zurückzuschicken.
Kurze Zeit später holten wir Oli ein. Nach einer 5 km langen Abfahrt, kamen wir auf die Hauptverkehrsstraße nach Cumnock. Wir näherten uns leise und ich ließ meinen Fuß an Olis Hinterrrad schleifen. Sein Gesicht war ein Anblick für die Götter, er dachte nämlich sein Reifen hätte versagt.
In Höchstgeschwindigkeit ging es gemeinsam nach Cumnock, wo wir zu Mittag essen wollten. Bisher sind wir durch einige leichte Schauer gefahren und unsere Sachen waren ein wenig nass. Wir entschieden dann das Mittagessen doch ausfallen zu lassen, weil Ian nicht dort sein würde. Heute Morgen hatte die Batterie vom Saab bereits geschwächelt, außerdem lief an diesem Tag sein MOT (brit. Äquivalent zum TÜV) aus. D.h. er fuhr nach Dumfries in eine Werkstatt. Dort sagten sie ihm, er müsse das Auto komplett entladen, damit sie es untersuchen können. Die Mechaniker stellten fest, dass die hinteren Stoßdämpfer erneuert werden müssen und noch einige andere Kleinigkeiten. 460 €… Großartig! Ian zahlte es und war froh, dass die Werkstatt alles schnell erledigen konnte.
Wir fuhren weiter bis nach Kilmanack und hielten beim „Little Chef“. Dort gingen wir ins Bad, zogen die nassen Sachen aus und hielten sie unter das Trockengebläse. Wir nutzten die Gelegenheit gleich, um dort zu essen und Kaffee zu trinken. Dann ging es weiter nach Ardrossan auf der Insel Arran. Dieses Stück bewältigten wir ziemlich schnell, unterstützt vom Rückenwind. Genau rechtzeitig waren wir an der Ardrossan Fähre (35 €, 3 Personen, hin und zurück).
Auf der anderen Seite angekommen, ging es direkt in Richtung Norden zu unserer Herberge in Lochranza. Die Insel Arran wird auch „Miniatur-Schottland“ genannt. Es gibt dort wirklich schöne Strände und Berge, es ist somit ideal zum Wandern, Bergsteigen, Kajak fahren und natürlich zum Rad fahren. Das Klima ist jedoch anders als im Rest Schottlands. Es ist wärmer, fast mediterran, es gibt Palmen und allgemein eine sehr üppige Flora. Wir radelten noch weitere 22 km, was sich dann auf 120 km für den gesamten Tag summierte.
Das Hostel, indem wir übernachteten, war zuvor 18 Monate lang geschlossen und wurde in der Zeit für über 550.000 € saniert und renoviert.
Oli und ich ruhten uns auf unserem schicken, neuen Zimmer aus, während Damian und Jorrin die Nachbarschaft erkundeten (d.h. sie waren im Pub). Ian kam eine Stunde später an und erzählte uns die Geschichte mit der Werkstatt und wie er im letzten Moment die letzte Fähre für heute erwischt hat. Wir sind mächtig stolz auf ihn, dass er das alles an einem Tag geschafft hat!

Wir hatten dort ein richtiges Luxusabendbrot: Blattsalat mit Birne, Käse und Croutons, dazu Couscous, Pasta, Sauce und Getränke. Kohlenhydrate und viel Eisweiß, genau das Richtige für uns!
Irgendwann war es 1.27 Uhr und definitiv Zeit fürs Bett.

Zitate:
Oli: „Mein Hintern tut so weh, ich kann gar nicht mehr sitzen!“
Jorrin: „Machst du den ‚Deuan’ bei mir?“ Das Bremsen des Hinterrads vom Vordermann mit dem Fuß.
Oli: „Was hast du grad gesagt!? Bei mir lief gerade Radio Oli. Meine musikalischen Lieblinge wie The Beatles, The Rolling Stones… Aber auch ein paar andere Lieder wie ‚Die Straße nach Kilmanack, die Straße zur Hölle.’ oder ‚Ihr n ehmt die sch**ß Straße, ich nehme das Navi.’“ Olis Genuschel, nachdem wir uns auf der Straße wieder trafen.
Jorrin: „Mir wird kalt! Wollen wir nicht umkehren und nach Lands End zurückfahren? Dann nennen wir es LELE, Lands End – Lockerbie – Lands End!“
Ian: „Ich glaube mir wird schlecht!“ Nach 190 km, mitten im Nirgendwo, ohne Trinken und Essen.
Oli: „Das einzige, was mir im Moment nicht weh tut, ist mein rechtes Nasenloch.“
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